Abstract:

Der Aufsatz geht von der These aus, dass die Verstehensleistung von Schülern ein wesentliches Merkmal der Unterrichtsqualität darstellt. Als produktiver Akt der Integration von Subjekt und Objekt, Selbst und Welt erzeugt das Verstehen auf Schülerseite einen zunehmend komplexer werdenden Sinnkontext. Im Anschluss an die geisteswissenschaftliche Anthropologie R. Steiners kommen drei Vollzugsformen dieses Verstehens zur Sprache: Schluss, Urteil und Begriff. Sie ermöglichen das Sinnverstehen, das Selbst- und das Weltverstehen. Dieser Trias korrespondieren auf der Lehrerseite pädagogische Kompetenzen, welche die Schüler zur Selbsttätigkeit anregen. Dies geschieht nicht durch Wissensanhäufung, sondern über einen Unterricht, der einem explorativen Gestus folgt und der das Fragen für ebenso wesentlich erachtet wie das gemeinsame Erkunden von Antworten.